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Begrüßungen

An den Begrüßungen von Menschen kann man sehr gut ihr Verhältnis ablesen. Am deutlichsten wird das zunächst durch die körperliche Nähe. Keinerlei Körperkontakt ist besonders in meinem Umfeld ein Zeichen dafür, dass man sich eher flüchtig kennt, immerhin gerade soviel, dass man stehenbleibt um zu sprechen. Es ist der Ersatz für das eher seltene Händeschütteln. Das erinnert immer an die Geschäftswelt oder an Über-Vierzig-Jährige. Dafür wurden aber viele coolere Varianten eingebürgert: Das Abklatschen mit zusätzlichem Schnipsen oder ähnliches. Das zeigt auf jeden Fall eine etwas engere Beziehung an, auch wenn sie unter dem Makel der Oberflächlichkeit steht. Meine liebste Begrüßungsvariante […]

2006-01-19T12:10:00+01:0019. Januar, 2006|Allgemein|1 Kommentar

Der Eissturm

Gestern ging ein Eissturm über Deutschland. Die Temperatur sank innerhalb von wenigen Minuten unter den Gefrierpunkt. Das ist für alle rational Beteiligten (Autofahrer, Fußgänger, etc.) unschön, aber für alle emotional Beteiligten ein schönes Spiegelbild des Abends. Ähnlich wie in dem sehr schönen Film “Der Eissturm”, friert der Eissturm die Wirklichkeit ein, zeigt sie in ihrer eigentlichen Kälte und zugleich gibt er der größten menschlichen Chance Raum: Der gegenseitigen Wärme. Ein Mangel daran strahlt umso schmerzlicher an diesem Abend.
Das Pärchen, dass sich wie in einem Deja-vu zu uns gesellt hatte, hielt den Kern ihrer Wärme gut verborgen. Sie wollte keine Kompromisse, […]

2006-01-19T10:44:00+01:0019. Januar, 2006|Allgemein|0 Kommentare

Vertönte Wirklichkeit

Es gibt nun schon seit längerem ein Revival der Idee des guten alten Walkman. Der Discman war der Tiefpunkt der mobilen Musikindustrie, jetzt mit den neuen MP3-Playern lebt diese Tradition wieder auf. Was ich mich aber die ganze Zeit fragte war, was der Unterschied zum normalen Laufen sei.
Neulich sah ich Hana-Bi, einen ziemlich brutalen Film. Hier nun das Ende: Nach einer langen aber auch schönen Reise mit seiner krebskranken Frau kommt der Hauptdarsteller zu einem traumhaften japanischen Strand. Es ist der Höhepunkt ihrer Reise zu zweit, die er ihr geschenkt hatte, da sie nicht mehr lange zu leben hatte. Man […]

2006-01-18T00:21:00+01:0018. Januar, 2006|Allgemein|0 Kommentare

Das Liebes- und Arbeitsverhältnis

Das wirtschaftliche Denken durchstrahlt alles und macht auch vor der Liebe nicht halt. Dieser Gedanke ist alt. Schön ist es aber trotzdem ihn ab und an zu verwirklichen. Er treibt die schönsten Blüten, solange man die Äußerung nicht als Überquerung des Rubikon begreift.
Mit den Beziehungen ist es so wie mit der Arbeit.
Da gibt es zum einen die Langzeitbeziehungslosen, die manchmal ein Vorstellungsgespräch haben, aber auf die Stelle einfach nicht passen. Die meisten haben sich schon soweit mental von der Arbeit entfernt, dass sie kaum noch die Anstrengungen aufbringen eine Arbeit anzunehmen oder geschweige denn die Fähigkeiten behalten. Für sie wäre […]

2006-01-18T00:08:00+01:0018. Januar, 2006|Allgemein|0 Kommentare

Die Gegenwart der Vergangenheit

Proust schrieb einmal über ein interessantes Phänomen: Über die Bewegung der Dinge um uns herum. Die Dinge stehen nicht so fest wie wir sie sehen. Sie oszillieren, in ihnen vereinen sich Gegenwart und Vergangenheit. Man merkt es meist nur in dem Moment, in dem man aufwacht. Das Bewusstsein ist noch nicht da, konnte die Gegenwart noch nicht festlegen. Einen Moment lang schweben all die verschiedenen Zimmer, in denen man einmal geschlafen hat, vor dem inneren Auge. Sie sind wie Kleider, die man dem Raum anhält und schaut, ob sie denn passen könnten. Meist ist der Moment nach ein, zwei Sekunden […]

2006-01-14T11:11:00+01:0014. Januar, 2006|Allgemein|4 Kommentare

Verquere Rhetorik

Der “Kampf gegen den Terrorismus” ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das sagt Angela Merkel im ARD-Interview. Niemand stört sich daran, es scheint plausibel.
Dabei ist der Terrorismus nur medial viel präsenter als alle gewichtigeren Probleme. Er scheint uns in unserem Existenzrecht zu bedrohen. Das wird jedenfalls von der Politik suggeriert. Dafür müssen schonmal Bürgerrechte eingeschränkt werden. Vielleicht ist der Kampf gegen den Terrorismus daher unsere größte Herausforderung: Weil wir an ihm lernen können, was unsere Freiheit eigentlich bedeutet. Es geht daher nicht darum den Terrorismus zu besiegen, sondern unsere Impulse, unsere Reflexe wieder eines demokratischen Staates würdig zu […]

2006-01-13T22:46:00+01:0013. Januar, 2006|Allgemein|0 Kommentare
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