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Perle

An manchem Morgen wache ich auf und habe die unscheinbare Perle der Freude nicht mehr bei mir. Ich blicke auf den Tag, suche perlene Momente. Ich wühle in mir, in anderen, in deren Blicken und Gesten, finde nichts als alltagssalziges Meer und aus vergangenem Lachen festgegeknüpfte Perlenketten.
Dabei hat sich die Muschel nur im Schlaf geschlossen, um bei sich, bei mir zu sein. Je stärker ich aber nun zerre und reiße, desto fester verschließt sie sich. Die erste sonnenstrahlende Berührung, das erste eigene Gefühl, könnte sie widerstandslos öffnen.

2005-11-24T10:29:00+01:0024. November, 2005|Allgemein|0 Kommentare

Letzte Einsicht

Wenn man ein Geheimnis hat, muss man lügen. Es geht nicht anders. Es werden einfache Nachfragen zu schweren Aufgaben. Diese Einsicht klingt simpel. Sie ist es aber nicht, wenn man immer noch den Anspruch der “Unendlichen Geschichte” in sich hat, Fantasien nicht weiter zu zerstören. Jedes Geheimnis produziert mit jedem Tag neue Lügen, bis zur finalen Lüge – der letzten Karte auf dem Kartenhaus.
Noch ein kurzes Beispiel aus meinem liebsten Buch “Niels Lyhne”. Diese Lügen haben zwar nichts mit mir zu tun, zeigen jedoch sehr stark die Veränderung durch Geheimnisse.
Die Hauptfigur Niels verliebt sich in Fennimore, die Frau seines besten […]

2005-11-23T22:32:00+01:0023. November, 2005|Allgemein|0 Kommentare

Die unverhältnismäßige Ausdehnung der Worte

Manchmal ist es schon erstaunlich, wie stark kürzeste Momente ganze Wochen verändern können. Am deutlichsten ist das wohl bei Unfällen oder Körperlichkeiten. Ein unaufmerksamer Moment, egal von welcher Seite, und schon liegt der Radfahrer unter dem Auto. Aber dieses Phänomen gibt es auch im rein psychischen. Eine Unachtsamkeit oder ein falsch gewähltes oder anders konnotiertes Wort eines wichtigen Freundes und ganze Wochen werden in Gedanken daran zerkocht. Es ist auch unklar, welche Worte einsinken und welche abprallen. Meist wird es nicht thematisiert und kann mental bis zur Unkenntlichkeit nachreifen.
Ein Wort-Mißverständnis zum Beispiel hat mich drei Wochen lang beschäftigt und zermürbt. […]

2005-11-21T11:43:00+01:0021. November, 2005|Allgemein|0 Kommentare

Anfänger

Ich bin Anfänger. In so vielem. Ich dachte immer, dass ich schon weit sei, schon 25 Jahre gelaufen sei. Aber das ist utopisch. Ich fange gerade erst an mich warmzumachen und den Trainingsanzug auszuziehen. Das zwischenmenschliche ist so weit, man selbst so zerknittert und zerwunden zwischen anderen. Sich selbst wahrzunehmen ist das schwierigste und es dann auch noch ausdrücken zu können, erfordert Jahre. Zumal es ja nicht einmal nur voran geht, sondern man auch die früheren Jahre wieder einholen muss und die kleine Strecke, die man damals unter Anleitung lief, nun alleine nachvollziehen muss. Und besonders schwierig ist es zu […]

2005-11-20T16:05:00+01:0020. November, 2005|Allgemein|1 Kommentar

Zurückgebliebenes

Es gibt Tage, da geht man sich selbst verloren. Man läuft einfach weiter und etwas bleibt zurück. Man vermisst es kaum, denn man kann ja laufen. Und laufen gibt Sicherheit, denn es gibt ja ein Ziel. Und mit jedem Schritt entfernt man sich mehr davon. Es wartet und hofft wie ein kleines Kind darauf, dass man wiederkommt. Aber man kommt nicht wieder.
Nur selten stellt einer fest, dass er sich selbst verloren gegangen ist. Dann dreht er sich entnervt um und versucht sich selbst wie einen Hund wieder nah zu pfeifen. Doch das misslingt und er muss gegen den Wind all […]

2005-11-17T15:36:00+01:0017. November, 2005|Allgemein|2 Kommentare
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